Schwangerschaft

“Jedes Kind kostet einen Zahn“ - das muss doch nicht sein…!

Statistisch gesehen leiden werdende Mütter tatsächlich häufiger unter Zahnproblemen. Mit folgenden Tipps werden Sie Ihre Zahn- und Mundgesundheit erhalten, um Ihrem Nachwuchs einen gesunden Start ins Leben zu schenken.

Vor der Schwangerschaft

Wenn Sie eine Schwangerschaft planen, sollten Sie einen Vorsorgetermin vereinbaren. Erkrankungen des Zahnfleischs und /oder der Zähne können dann noch vor der Schwangerschaft behoben werden. Auch wenn Sie bereits am Anfang einer Schwangerschaft sind, sollten Sie einen Vorsorgetermin vereinbaren. Während einer Schwangerschaft sind lediglich einige Behandlungen eingeschränkt möglich, aber nicht ausgeschlossen.

Während einer Schwangerschaft

Putzen Sie wie gewohnt 2x täglich Ihre Zähne und verwenden Sie weitere Hilfsmittel für die Zahnzwischenräume, wie z. B. Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürsten. Sollte Ihnen die Handhabung Schwierigkeiten bereiten, dann sollten Sie eine Munddusche verwenden.

Für die Zahnpflege sollten Sie weiche Zahnbürsten mit einem kleinen Bürstenkopf oder eine elektrische Zahnbürste mit kleinem rundem Bürstenkopf verwenden. Wechseln Sie alle 3 Monate die Zahnbürste. Benutzen Sie eine nicht zu „scharfe“ Zahnpasta und achten Sie auf einen Fluoridgehalt von 1450 ppm (Teile pro Million). Auf der Zahnpastatube werden Sie Hinweise zum Fluoridgehalt finden.

Als zusätzliche Maßnahme können Sie eine alkoholfreie, fluoridhaltige Mundspüllösung verwenden.

Treten Übelkeit und Erbrechen auf, können Sie mit Wasser oder einer alkoholfreien Mundspüllösung spülen, um den schlechten Geschmack loszuwerden. Die Zähne sollten Sie erst 30 Minuten später putzen, da die Magensäure den Zahnschmelz angreift und ihn zunächst „weicher“ macht.

Mundgesundheitstipps für Schwangere

  • Ausgewogene Ernährung mit frischem Obst und Gemüse sind auch für Ihre Zahn- und Mundgesundheit wichtig
  • Sorgfältige häusliche Zahnpflege schützt auch vor Zahnfleischbluten
  • Verwenden Sie Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürsten
  • Durch die hormonelle Umstellung in der Schwangerschaft kann es dazu kommen, dass Sie im Mundraum empfindlicher werden, und sich eine Zahnfleischentzündung bildet. Das Bindegewebe wird locker und die Durchlässigkeit der Blutgefäße verändert sich. Der Zahnfleischsaum entzündet sich leichter und bereits durch Zahnbelag hervorgerufene Entzündungen können verstärkt werden.
  • Verwenden Sie 1x täglich eine Mundspüllösung Vor allem bei empfindlichem Zahnfleisch helfen alkoholfreie, fluoridhaltige Mundspüllösungen, die Bakterien in Schach zu halten.
  • Vergessen Sie Ihre Zunge nicht. Auch sie muss gereinigt werden
  • Eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung schützt vor Karies und Zahnfleischentzündungen. Sie ist besonders wichtig bei empfindlichem Zahnfleisch oder einer Entzündung des Zahnhalteapparates (Parodontitis).
  • Einige Zahnbehandlungen werden während der Schwangerschaft nur bedingt eingesetzt. Ab der 16 SSW können Spritzen und sogar Vollnarkose gegeben werden.
  • Röntgenaufnahmen werden nur in Extremfällen durchgeführt
  • Nehmen Sie bei Schmerzen niemals Aspirin, ASS oder andere Schmerzmittel mit Acetylsalicylsäure, insbesondere nicht im letzten 1/3 der Schwangerschaft! Nehmen Sie nur Schmerzmittel nach Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker.
  • Schon eine bestehende Zahnfleischentzündung kann zu einem geringen Geburtsgewicht und ggf. auch zu Frühgeburten führen.

 

 

Zahngesunde Ernährung

Sie haben mehr Verlangen nach Süßigkeiten?

ZahnmännchenAllgemein gilt: Achten Sie auf zahngesunde Süßigkeiten, sie sind mit dem Zahnmännchen gekennzeichnet. Nehmen sie nicht zu viel davon, da einige Zuckerersatzstoffe abführend wirken. Andere Süßigkeiten sollten Sie nicht über den Tag verteilt essen, da der Speichel 30 Minuten braucht, um die durch zuckerhaltige Nahrung verursachte Säure im Mund zu neutralisieren.

 

Empfehlenswerte Nahrungsmittel:

Kalzium & Phosphor Lieferanten:

  • Milch- und Milchprodukte
  • Eier
  • Fleisch
  • Blattgemüse
  • Obst

Vitamin D-Lieferanten:

  • Milchprodukte
  • Eier
  • Fisch

Ballaststoffreiche Produkte:

  • Vollkornprodukte, wie Vollkornbrot und -brötchen, Vollkornnudeln, Naturreis, Getreideflocken, Müsli, Kleie
  • Rohes Obst und Gemüse
  • Samen und Nüsse
  • Hülsenfrüchte, zum Beispiel Bohnen, Erbsen, Linsen

Getränke:

  • Zuckerfreie Getränke, wie Mineralwasser, ungezuckerter Kaffee und Kräutertee

 

Zahnmedizinische Behandlungen

Während der Schwangerschaft werden alle medizinisch notwendigen Behandlungen schonend für Mutter und Kind durchgeführt. Röntgenaufnahmen werden nur in Ausnahmefällen gemacht. Die Strahlenbelastung bei zahnmedizinischen Röntgenaufnahmen ist Dank der digitalen Röntgenaufnahme besonders gering. Röntgenaufnahmen gelten bei ordnungsgemäßem Strahlenschutz als unbedenklich, da bspw. die Belastung im kritischen Unterleibsbereich bei einer Zahnfilmaufnahme - ohne Strahlenschutz (!) - noch nicht einmal der natürlichen täglichen Strahlenbelastung entspricht.
Zahnärztliche Betäubungen („Spritze") haben keinen negativen Einfluss, wenn Stoffe mit einer hohen Eiweißbindung (z.B. Articain™, Bupivacain™) injiziert werden.
Der  optimale Behandlungszeitpunkt liegt zwischen dem 4. - 7. Schwangerschaftsmonat.

Was tun bei Zahnschmerzen in der Schwangerschaft?

Es ist grundsätzlich empfehlenswert, die Einnahme von Medikamenten in der Schwangerschaft immer mit dem Arzt abzusprechen - das gilt auch für frei verkäufliche Medikamente. Achten Sie darauf, dass Sie keine Schmerzmittel mit dem Wirkstoff  Acetylsalicylsäure (wie z. B. ASS, Aspirin) einnehmen.
Diese  Präparate können sich negativ auf die Schwangerschaft auswirken.
Paracetamol wirkt gegen Schmerzen und Fieber. Es eignet sich jedoch nicht zur Hemmung von Entzündungen. Paracetamol kann in der Schwangerschaft angewendet werden, wenn Fiebersenkung oder Schmerzlinderung nötig sind. Es ist jedoch ratsam, dieses Schmerzmittel nur nach Rücksprache mit dem Arzt einzunehmen. Die maximale Tagesdosis von 2.000 bis 3.000 Milligramm pro Tag sollte nicht überschritten werden.

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