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Das etwas andere Wörterbuch

Dentin Zahnbein; knochenähnliche, harte Grundsubstanz des Zahnkörpers. Der Zahn besteht hauptsächlich aus Dentin und wird im sichtbaren Teil der Zahnkrone, vom sehr harten und wiederstandsfähigen Zahnschmelz umgeben. Liegt das Dentin frei (etwa am Zahnhals), besteht ein stark erhöhtes Kariesrisiko. Von Schmelz freiliegende Zahnhälse reagieren auch empfindlicher auf Reize wie Säuren, Kälte und Süßes, da Dentinkanälchen Nervenfortsätze bis zur Oberfläche leiten.

Dentinkanälchen Ein Röhrensystem, das Nervenenden von der Pulpa (dem Zahnmark im Innern eines Zahnes) bis zur Dentinoberfläche enthalten. Sie verursachen die "empfindlichen Zähne", wenn das Dentin zum Beispiel an den Zahnhälsen freiliegt.

Biofilm/ Biofilmmanagement

Biofilme sind Lebensgemeinschaften, die sich auf allen Grenzflächen/Oberflächen ansiedeln und wachsen. Sie bestehen meistens aus einer Polysaccharidmatrix mit Bakterien, Viren und Pilzen. Der gesunde Biofilm ist seinem Umfeld angepasst und lebt mit ihr in Symbiose.

Auch im Mundbereich sind Biofilme vorhanden, die uns z.Bsp. bei der Spaltung von Nahrungsmitteln helfen oder einen Säureschutz bilden können. Gerät das sensible Gleichgewicht in der Mündhühle durcheinander, so verändert sich die Zusammensetzung der Organismen im Biofilm und kann zu Entzündungen und Zahnschäden führen.

Biofilmmanagement: Entfernung von krankmachenden Keimen z.Bsp. bei der Kariesbehandlung, Abtöten von Keimen durch antibakterielle Spüllösungen, Antibiotikum; Zerstörung des Biofilms durch mechanische Reinigung bei der Professionellen Zahnreinigung und Parodontitistherapie. Zerstören und Abtöten von Bakterien, Viren und Pilzen mit Hilfe des Lasers. Grüner Tee wirkt ebenfalls stark regulierend. Mit kann auch einfach mit grünem Tee spülen, wenn man ihn nicht trinken mag. Die professionelle Prothesenreinigung bei Ihrem Zahnarzt oder im Dentallabor ist ebenfalls wichtiger Teil des Biofilmmanagement.

Wiederherstellung einer gesunden Mundflora mit gesundem Biofilm durch Zahnhygiene und Zahnpflege, gesunder Ernährung (Gemüse, Gemüse, Gemüse, Omega 3 -Fette, Folsäure, Vitamin B -Komplexe, wenig Zucker und wenig Kohlenhydrate, stilles Wasser, grüner Tee)

 

 

Pulpa Das Zahnmark im Innern des Zahnes. Die Pulpa besteht aus Blut- und Lymphgefäßen sowie Nervengewebe. Sie ernährt den Zahn von innen, kann bis ins hohe Alter Dentin bilden (eine Reaktion auf Reize, wie z.Bsp. Karies, Kälte und kleinen Belastungssprüngen durchs Zähneknirschen) und hält den Zahn somit geschmeidig. Bei einer Wurzelbehandlung wird das Gewebe entfernt mit der Folge, dass der Zahn spröde wird und schneller brechen kann.

Approximalraum Der Bereich zwischen zwei Zähnen, auch Interdentalraum genannt. Die Zahnzwischenräume sind im Erwachsenenalter die für Karies und Parodontitis am gefährdesten Bereiche. Die Ursache liegt in der erschwerten Reinigung der Zahnzwischenräume. Sie lassen sich nur mit Hilfe von Zahnseide, Zahnzwischenraumbürsten oder im Rahmen der sogenannten Professionellen Zahnreinigung reinigen.

Bukkal und lingual Damit werden die Zahnflächen bezeichnet. Der Zahn hat 5 Flächen. Bukkal ist die zur Wange hingewandte Seite. Die zur Lippe gewandte Seite bezeichnet man auch als labial (Labium=Lippe). Mit lingual wird die Fläche im Unterkiefer zur Zunge bezeichnet. Palatinal sind die Flächen der Oberkieferzähne zum Gaumen (dem Palatum) hin. Mit Okklusal sind die Kauflächen gemeint. Hier befinden sich auch die Fussuren.

Fissuren Enge Spalten und Furchen in den Kauflächen der Backenzähne. Häufig sind die Spalten so eng, dass die Zahnbürste hier nicht effektiv genug reinigen kann. Deshalb entsteht hier auch die erste Karies. Eine Fissurenversiegelung füllt die engen Spalten mit einem dünnfließenden Kunststoff auf, so dass sich die Zähne einfacher reinigen lassen.

Okklusion Zusammenbiss: Kontakt zwischen den Zähnen des Ober- und Unterkiefers.

Läsion Ein Defekt am Zahn. Häufig ist damit ein Loch durch Karies gemeint. Es gibt aber zunehmend Läsionen durch Säureschäden oder Putzdefekte.

Gingivitis Entzündung des Zahnfleischsaumes (der Gingiva). Ursache sind die bakteriellen Beläge (der sogenannte aktive Biofilm, der sich täglich neu bildet), die eine Entzündungsreaktion des Körpers hervorrufen. Der Zahnfleischsaum wird stärker durchblutet um die körpereigenen Abwehrzellen zu aktivieren und die Bakterien abzuwehren. Das Zahnfleisch wirkt geschwollen und gerötet. Bei Rauchern ist diese Abwehrhaltung des Körpers stark eingeschränkt, wodurch die Bakterien leichtes Spiel haben die Körperabwehr zu umgehen und in den Blutkreislauf einzudringen oder eine Patrodontitis zu entwickeln.

Parodontitis Entzündung des Zahnhalteapparates. Das sogenannte Zahnbett (Parodont) besteht aus Faserbündeln, die den Zahn im Knochenbett fixieren. Gelangen Bakterien an diesen Faserapparat (z.Bsp. über die Gingiva), führt dieses zu einer lokalen Entzündung. Bei Nichtbehandlung also Entfernung der Bakterien, baut sich der Zahnhalteapparates ab mit der Folge, dass die betroffenen Zähne zunächst wackelig werden und dann letztendlich heraus fallen.
Die Parodontitis steht in engem Zusammenhang mit einer Vielzahl von anderen Erkrankungen. So ist nachgewiesen, dass die Bakterien und anderen Keime, die im Mund an den Zähnen "gezüchtet" werden, sich an den Gefäßinnenwänden (Arterien, Venen des Herz-Kreislaufsystems) wiederfinden. Sie sind letzendlich verantwortlich für Schlaganfälle und Herzinfarkte. Weiterhin können auch andere Organe betroffen sein und von rheumatischen Beschwerden bis hin zu einer erhöhten Anfälligkeit für Diabetes führen.

Welche Zusammenhang gibt es zwischen Paradontitis und Herzkrankheiten? Prof. Sören Jepsen im Interview mit Moderatorin Vera Cordes.

Rezession Zurückweichen des Zahnfleischsaumes. Es gibt eine natürliche Rezession des Zahnfleischsaumes von ca. 1mm pro 10 Lebensjahre. Die weitaus häufigeren Ursachen sind zu harte Zahnbürsten und zu starken Anpressdruck beim Putzen. Die hierdurch entstehenden kleinen Mikroverletzungen führen zum Rückgang des Zahnfleischsaumes und haben damit freiliegende Zahnhälse zur Folge. Eine weitere Ursache kann die Parodontitis.